7 Bücher, die mein Leben verändert haben

Bücher

Dies ist mein Beitrag zur eigens initiierten Blogparade „Bücher, die mein Leben verändert haben“:

Bevor ich in psychotherapeutischer Behandlung war, habe ich sehr viel gelesen, um mich sozusagen auf eigene Faust zu heilen. Natürlich bin ich damit irgendwann an Grenzen gestoßen, weil Bücher keinen Therapeuten ersetzen. Dennoch haben diese Bücher viel in meinem Leben verändert, so dass ich sie als Vorarbeit zum Therapieprozess sehe. Sieben von ihnen möchte ich in diesem Artikel kurz vorstellen.
Ich muss noch dazu sagen, dass ich alle diese Bücher in englischer Originalsprache gelesen habe. Deshalb habe ich den deutschen Titel jeweils mit angegeben.
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1) „Presentation Zen“ (Garr Reynolds)

Deutscher Titel: „ZEN oder die Kunst der Präsentation“
Bis 2012 habe ich hauptsächlich Fachbücher aus dem Musik- und Medienbereich gelesen. Für eine Präsentation einer Werbekampagne bei einem renommierten deutschen Stift-Hersteller wollte ich ein Buch über Powerpoint-Präsentationen ausleihen und meine Wahl fiel auf „Presentation Zen“, da dies das einzige Buch dazu in der Hochschul-Bücherei war. Jenes Buch fesselte mich, was zwar auch mit Powerpoint-Knowhow zu tun hatte. Viel mehr jedoch faszinierten mich die Querbezüge, die der Autor immer wieder zum Zen-Buddhismus aufzeigte. So entwickelte sich das Buch zu meinem Einstieg in die ganzen fernöstlichen Lehren, für die ich mich seitdem begeistere. Ebenso lehrte mich das Buch einiges in puncto Kommunikation mit meinen Mitmenschen und lieferte Antworten auf die Frage, wie man sich selbst gut verkauft. Außerdem beinhaltet das Buch eine ganze Reihe von weisen und Mut machenden Zitaten. Und ich bin ein großer Fan von Zitaten.
Alles in allem war es, als würde mir ein weiser Mann das Leben erklären.
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2) „Mindset“ (Carol Dweck)

Deutscher Titel: „Selbstbild – Wie unser Denken Erfolge oder Niederlagen bewirkt“

Die Idee, die Autorin Carol Dweck in ihrem Buch beschreibt, ist so simpel wie genial. Sie stellt zwei menschliche Denkmuster gegenüber, die sie „Fixed Mindset“ und „Growth Mindset“ nennt.
Jemand mit dem Fixed Mindset ist der Meinung, dass Intelligenz etwas mehr oder weniger Statisches ist, das sich nicht verändern lässt. Entweder man hat Talent oder eben nicht. Entsprechend sind solche Menschen nur darauf aus, eine besondere Außendarstellung zu erzielen. Sie vermeiden Herausforderungen aus Angst am Scheitern, weil die anderen dann deren Talent in Frage stellen könnten. So entwickeln sie sich kaum weiter und sind eher darauf bedacht, den Erfolg anderer zu schmälern, um selbst im bestmöglichen Licht zu stehen.
Ein Mensch mit einem Growth Mindset ist das genaue Gegenteil. Er glaubt daran, dass man alles lernen kann – egal wie die Ausgangsposition ist. Er sucht Herausforderungen und umarmt jeden Fehler, durch den er weiter dazu lernen kann. Er arbeitet hart an sich selbst und nimmt konstruktive Verbesserungsvorschläge dankbar an, sodass er eine enorme persönliche Entwicklung durchläuft in seinem Leben.
Auch wenn es etwas übertrieben klingen mag, aber: Dieses Buch hat definitiv mein Leben verändert. Die Autorin hat nicht nur erklärt, dass Fehler erlaubt sind, sondern sogar vielmehr etwas Tolles sind. Es war das Gegenteil von dem, was ich durch meine Erziehung gelernt habe. Deshalb war es erleichternd und Mut machend zugleich, das alles zu lesen. Auch die Vorstellung, dass man alles lernen kann, wenn man nur genug Aufwand investiert, zeichnete ein sehr ideelles und optimistisches Weltbild.
Das Buch barg aber auch eine Gefahr, da es einen dazu verleitet, immer mehr und immer härter an sich zu arbeiten. Zum Glück las ich als Kontrastprogramm das folgende Buch:
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3) „The Gifts of Imperfection“ (Brene Brown)

Deutscher Titel: „Die Gaben der Unvollkommenheit“

Der Ansatz der Autorin Brene Brown bei diesem Buch war ein ganz spannender. Sie fragte sich, warum manche Menschen einfach glücklicher sind mit ihrem Leben – und das obwohl sie genauso mit Schicksalsschlägen zu kämpfen haben wie andere auch. Sie nennt diese glücklicheren Menschen „wholehearted people“, weil ihre Untersuchungen ergeben haben, dass diese Menschen ihr Leben mit vollem Herzen leben. Und zwar sowohl die positiven als auch die negativen Aspekte unseres Daseins.
Letztlich gibt Brene Brown dem Leser einen 10-Punkte-Leitfaden an die Hand, um dieselben Verhaltensmuster und dieselbe Lebenseinstellung dieser Menschen zu erlernen. Die Essenz dabei ist, dass jeder Mensch liebenswert ist – ohne Bedingung und ohne Preis. Das brauchte bei mir ein wenig, um es zu verinnerlichen, da ich bis dahin der Meinung war, dass nur diejenigen es wert sind geliebt zu werden, die produktiv sind und etwas geleistet haben.
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4) „Switch“ (Chip & Dan Heath)

Deutscher Titel: „Switch – Veränderungen wagen und dadurch gewinnen!“

Dieses Buch der Heath-Brüder Chip und Dan hat den schönen Untertitel „How to change things when change is hard“. Es geht also darum, wie man Dinge in seinem Leben verändern kann. Grundlage hierfür ist jedoch das Verständnis, wie die menschliche Motivation funktioniert. Die beiden Autoren bemühen deshalb ein altes Bild aus der Psychologie-Forschung von Jonathan Haidt, das unser menschliches Handeln mit einem Reiter auf einem Elefant vergleicht. Dabei ist der Elefant als Metapher für unsere Gefühle und der Reiter als Metapher für unseren Verstand zu sehen. Die Gefühle haben weitaus mehr Kraft als der Verstand, aber es braucht den Verstand, um alles zu lenken. Die Autoren beschreiben deshalb in ihrem Buch Maßnahmen, wie man den Elefant motiviert und dem Reiter eine Richtung gibt, während man außerdem den Weg – also die Rahmenbedingungen – passend gestaltet.
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5) „Drive“ (Daniel Pink)

Deutscher Titel: „Drive – Was Sie wirklich motiviert“

Ein weiteres Buch aus der Rubrik „Motivation“ darf in dieser Liste nicht fehlen – nämlich „Drive“ von Daniel Pink. Der Autor schildert darin, warum sich in den meisten Fällen äußere Anreize wie Geld eher negativ auf die Motivation auswirken. Er erklärt, warum die intrinsische Motivation unser einziger wahrer Antrieb ist und welche drei Aspekte ihr förderlich dienen.
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6) „Flow“ (Mihály Csíkszentmihályi)

Deutscher Titel: „Flow – Das Geheimnis des Glücks“
Viele – vor allem kreative – Menschen kennen diesen Zustand, wenn man so in eine Sache vertieft ist, dass man Zeit und Raum vergisst. Man sagt, man ist im „Flow“. Dies ist ein Begriff, der auf den Glücksforscher Mihály Csíkszentmihályi zurück geht, dessen Namen ich nach wie vor nicht aussprechen kann und den ich immer nur per Copy & Paste in meine Texte einfüge. In seinem Buch zeigt er, wie man ganz bewusst diesen Flow-Zustand hervorrufen kann und schildert dabei Beispiele aus allen möglichen Lebensbereichen – von Arbeit über Sport bishin zum Liebesleben. Die spannendste Geschichte, die er dabei erzählt, ist in meinen Augen die eines Kriegsgefangenen, der in seiner Gefängniszelle imaginär das Golfspielen geübt hat. Als er dann nach Jahren frei kam, war er so gut, als ob er jeden Tag regelmäßig real trainiert hätte.
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7) „The Miracle of Mindfulness“ (Thich Nhat Hanh)

Deutscher Titel: „Das Wunder der Achtsamkeit“
Dieses Buch habe ich mir damals besorgt, weil ich eine Anleitung zum richtigen Meditieren gesucht habe. Im Internet wird über dieses Buch geschrieben, es sei vielmehr als nur das. Es sei der Einstieg in die Lehre des Buddhismus. Und ich kann das nach mehrmaligem Lesen nur bestätigen. Das Interessante an dem Buch ist vor allen Dingen, dass es ursprünglich nicht als Buch konzipiert war. Sondern es ist ein langer Brief, den der buddhistische Mönch Thich Nhat Hanh an einen Bekannten geschrieben hat. Dabei greift er nicht nur immer wieder spannende Metaphern auf, sondern erzählt auch Kurzgeschichten, um die Grundgedanken des Buddhismus verständlich zu machen.

Der Krisenwandler ist auch auf Facebook und bei Twitter sowie Instagram zu finden.

 

4 Gedanken zu „7 Bücher, die mein Leben verändert haben

  1. …nun, dann werde ich mal in mich gehen und in meinem Bücherschrank stöbern.*lächel
    um dann an der Blogparade teilzunehmen. Nun ja, sofern ich dazu komme, weil ich mich erst mal hier durch deinen Blog durchlesen möchte bei all den interessanten Themen
    herzliche Grüße Dagmar

  2. Ich schreibe gerade an meinem Beitrag für deine Blogparade und sehe, dass wir mit dem Buch „Flow“ eine Überschneidung haben.Ich durfte das Buch im Rahmen einer Seminararbeit lesen und bin sehr froh darüber, weil ich es sonst vielleicht nie gelesen hätte.

    Ich finde deine Beitragsidee richtig schön, da man für sich Inspiration für neue Bücher und Impulse in seinem Leben bekommt. Ich finde in deiner Auswahl „Switch“ sehr interessant und habe das direkt mal auf meine Leseliste gepackt 🙂

  3. Vielen Dank für den tollen Beitrag und die Inspiration. Vorallem das Buch „Switch – Veränderungen wagen und dadurch gewinnen!“ werde ich lesen. Auf meinem Blog „Mit Kunst zu mehr Gelassenheit“ werde ich auch einen Beitrag schreiben.

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