Meine Partnersuche mit Depressionen

Partnersuche
Bildquelle: pixabay.com

Etwas, das mir sehr zu schaffen macht, worüber ich auf meinem Blog bisher aber kaum geschrieben habe, ist mein ewiges Single-Dasein. Für 2018 hatte ich mir in meinen sieben Vorsätzen fest vorgenommen, meinen Beziehungsstatus zu ändern. Warum das so schwer ist, will ich in diesem Text erläutern.
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Status Quo und Rahmenbedingungen

Die erste wichtige Rahmenbedingung in meinem Leben im Bezug auf Partnerschaft ist meine psychische Verfassung. Diagnose: Burnout und Depression.
Dann kommt als nächstes hinzu, dass meine einzige richtige Partnerschaft schon Ewigkeiten zurückliegt. So ewig, dass ich noch so jung war, dass ich es heute gar nicht als echte Partnerschaft zähle. Danach kam nichts mehr. Wobei ich dazu sagen muss, dass ich es schon immer wieder versucht habe. Aber es hat nie auf beiden Seiten gepasst. Viele Frauen, die mich interessierten, hatten kein Interesse an mir. Und andersrum genauso. Ich hatte durchaus auch Verehrerinnen, aber keine davon hat mich ernsthaft vom Hocker gerissen. Das wirft natürlich zwangsläufig die Frage auf:
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Was steht einer Beziehung im Weg?

Es gibt hier einige Gründe, die ich jedoch nicht alle nennen werde, auch wenn ich sehr viele dieser Blockaden in Psychotherapien beleuchtet habe. Unter anderem ist hier auf jeden Fall die schlechte Beziehung zu meiner Mutter zu nennen, die mich seit Geburt oder vielleicht sogar schon im Mutterleib geprägt hat. Geprägt in meinem Verhalten und meiner Sicht aufs Leben. Mir ist meine Freiheit sehr wichtig und ich habe große Angst davor, eingeengt zu werden. Hinzukommen als I-Tüpfelchen noch ein paar Glaubenssätze, die meine Mutter mir so eins zu eins gesagt hat wie zum Beispiel: „Du stellst viel zu hohe Ansprüche. Sei froh, wenn du überhaupt eine abkriegst.“ Natürlich ist das eine mega Kränkung. Und diese auch noch von der eigenen Mutter zu hören, tat erstens sau weh und zweitens fängt man irgendwann an, selber daran zu glauben. Ich habe also starke Zweifel daran, ob ich überhaupt attraktiv bin – äußerlich und als Persönlichkeit. Und je länger mein Single-Dasein anhielt, desto stärker wurden die Zweifel und desto mehr glaubte ich, dass etwas dran sein muss an dem, was meine Mutter sagte.
Das sind echt harte Voraussetzungen, um sich dem Thema Beziehung zu widmen. Aber zum Glück kann man sich auch schrittweise annähern. So wie man eine Leiter Stufe für Stufe erklimmen kann. Deshalb waren die nächsten Maßnahmen für mich, therapeutische Angebote zu suchen, in denen ich Beziehung sozusagen „üben“ konnte. Zum einen Kuschelpartys, auf die ich seit zwei Jahren regelmäßig gehe und zum anderen eine Tantra-Massage, die ich letztes Jahr in Anspruch nahm. Tatsächlich habe ich das Gefühl, durch diese Maßnahmen gereift zu sein. Gleichzeitig beobachtete ich seit geraumer Zeit auf Kuschelpartys mehr und mehr ein Verlangen in mir: „Ich will diese Zärtlichkeit nicht nur monatlich, sondern regelmäßig! Und ich will sie mit einer Lebensgefährten austauschen!“

Trotzdem sind nach wie vor starke Zweifel in mir an meiner Männlichkeit. Aber was Männlichkeit eigentlich ist, ist wahrscheinlich einen weiteren Artikel für sich wert.
Nichtsdestotrotz ergriff ich weitere Maßnahmen. Mein erster bezahlter Job seit meinem Burnout war nicht zufälligerweise ein Kellner-Job in einer Café-Bar. Ich erhoffte mir, auf diesem Wege viele neue Frauen kennen zu lernen. Leider sah die Bilanz nach einem halben Jahr eher schlecht aus…
Auch diverse Flirt-Apps ließen mich verzweifeln. Ich war es satt, permanent Selfie-Bilder von Frauen nach links zu wischen, die aufgetakelt ihre Brüste in die Kamera hielten. Das war alles nicht das, was ich suchte. Alles viel zu oberflächlich.
Ich fing wieder an, an mir zu zweifeln…
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Vielleicht mache ich doch etwas falsch?

Ich zog Bilanz aus den bisherigen Monaten Kellner-Job und mir wurde klar: Die Anfangszeit habe ich zur Akklimatisierung benötigt, da diese Welt der Kommunikation für mich als Einzelkämpfer neu war. Die nächste Phase war für mich ein Experimentieren beim Flirten und es half mir, Selbstbewusstsein zu entwickeln. Also doch alles voll cool! Ich spürte auch, dass ich jetzt mehr wollte. Ich musste einfach konkreter werden in meinem Plan.
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Ein konkretes Ziel

Was ich deshalb machte, war, mir ein konkretes Ziel zu setzen. Nicht mehr bloß ein wenig herum flirten. Stattdessen eine klare Vorgabe an mich selbst: Ein Monat lang Zeit, um entweder fünf neue Nummern zu bekommen, drei Verabredungen zu haben oder eine feste Freundin zu finden. Die Erfüllung eines dieser Kriterien würde reichen, um die Zielsetzung zu erfüllen.
Zusätzlich um meine Chancen zu erhöhen, meldete ich mich bei einer kostenpflichtigen Online-Partnervermittlung an. Es sollte mir selbst auch zeigen, wie ernst ich es meine, zumal die Registrierung echt viel Geld kostete.
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Die Bilanz

Nach einem halben Monat habe ich schon mit einigen Frauen geschrieben und stehe vor dem ersten Date, nachdem ein anderes kurz vor knapp gescheitert ist. Es wirft bei mir allerdings jetzt auch die Frage auf, wie offen ich gegenüber einer unbekannten Frau zu meiner Lebensgeschichte stehe. Time will tell! (Beziehungsweise ein nächster Artikel wird die Antwort liefern.)
Ich habe aber auch gemerkt, dass sich einige Blockaden und deren Ursprünge gezeigt haben, sodass diese hoffentlich bald therapeutisch aufgelöst werden können.

Der Krisenwandler ist auch auf Facebook und bei Twitter sowie Instagram zu finden.

 

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